Die Löwin

Es war einmal eine alte Löwin, die in ihrem Leben schon viel gekämpft hatte. Sie hatte - vielleicht gerade deshalb - ein gutes Herz. Doch der Ruf einer rauen Kämpferin eilte ihr stets voraus. Die Löwin war zufrieden damit. Ihr Revier war dadurch sehr pflegeleicht geworden. Sie musste morgens nur ihre Krone aufsetzen und konnte dann in Ruhe an den Grenzen ihres Reviers spazieren gehen. Und sollte ihr doch einmal ein junger Spatz oder eine alte Krähe über den Weg fliegen, rückte sie einfach ihre Krone zurecht, kräuselte die Schnurrhaare, und riss mit jedem Zentimeter, den sich der Eindringling näherte, die Augen ein bisschen weiter auf. Meistens erschrak der Eindringling dann so sehr, dass er das Revier der alten Löwin in Zukunft weiträumig umflog.

 

Die alte Löwin war in den letzten Wochen sehr damit beschäftigt Ordnung in ihrem Zuhause zu halten. Sie schüttelte täglich die Bettdecken auf, fegte den Eingang, arrangierte die Blumentöpfe und sortierte täglich die Tassen im Küchenschrank neu.

 

Damit war sie sogar während ihrer Spaziergänge und bis spät in die Nacht beschäftigt. Sie überlegte in jeder freien Minute, ob die blauen Tassen besser neben den roten stehen sollten, oder doch besser neben den blau-weiß gepunkteten. Diese Aufgabe war ihr so wichtig, dass sie es gar nicht mehr schaffte, regelmäßig die Dornenbüsche am Rande ihres Reviers zu schneiden. Es kam, wie es kommen musste... weiter...

 

Damals wie Heute

Ich hab ALLES verloren.

NICHTS gehört mehr mir.

Wo ich ward geboren,

war alles anders als hier.

 

Was, das kann ich nicht sagen.

Eine Alte fragt das Kind.

Der verdrehte Kopf ist voller Fragen,

die ohne Heimat sind.

 

Meine Heimat gibt es nicht mehr.

Sie gehört zu einem anderen Land.

Ich wüsst nicht, wo mein Plätzchen wär.

Das Schicksal lag nicht in unserer Hand.

 

Das Land, die Luft und die Leute...

Uns fragte man nicht.

Und so sitze ich heute

allein mit meiner Geschicht'.

 

Kein Schulfreund, der mich schon kannte,

als ich noch Fangen gespielt,

Keiner, der mich beim Spitznamen nannte,

oder auf den Eros' Pfeile gezielt.

 

"Das kannst Du Dir gar nicht vorstellen!",

sage ich oft zu Dir.

Was ich hab durchgemacht,

bleibt ganz allein bei mir.

Es ist alles in Dir

Es ist alles in dir.

 

Silberner Sternenstaub leuchtet in dir

Meeresdunst, ein weiteres Elexier,

das sich mit des Erdinnern Feuers Kraft

über dein Atmen einen Weg zu dir schafft.

 

Lehn dich zurück

und spüre wie

die Erde dich hält

ihre sanfte Energie

sie flüstert dir leise: "alles ist gut"

ein Lächeln beginnt 

du fasst wieder Mut

und alles was einst ward bös in der Welt

erlischt und gibt Raum 

einem neuen Kind, einem neuen Traum

und du siehst, was auch immer dein Auge erblickt

mit Liebe und Nachsicht

du schaust nicht zurück

Du atmest Klarheit, Kraft und Weite

hast schützende Engel an der Seite

und das alles ohne Zier,

denn alles ist und bleibt in dir.